In God we trust Teil 2

Unsere Reise führt uns fast bis an die Grenze zur Elfenbeinküste zu einer der touristischen Attraktionen Ghanas, dem Stelzendorf Nzulezo. Das Stelzendorf liegt am Rande eines Sees und ist nur über einen langgezogenen, von Niederländern errichteten, Kanal zu erreichen.Die 45minütige Kanutour ist das eigentliche Highlight des Ausfluges, denn die trockene Führung durch das Stelzendorf ist eher weniger unterhaltsam. In dem Dorf leben rund 400 Menschen, unzählige Tiere, es gibt drei Kirchen unterschiedlicher Religionen und zwei Schulen.
Wir verlassen Ghanas Westküste Richtung Norden zu einem weiteren religiösen Highlight unserer Reise. Der Weg führt durch die Ashanti Region in die Brong-Ahafo- Region. Die Ashanti Region ist die Heimat des früher sehr kriegerischen Volkes der Asante mit einem Stachelschwein als königlichem Wappentier. Kumasi, die Hauptstadt des ehemaligen Königreiches, verteidigten sie in 7 Kriegen immerhin 80 Jahre lang bis auf den letzten Mann gegen Briten, die gerne über die „goldene Stadt“ herrschen wollten.
Mit über 3 Millionen Einwohnern ist die Ashanti Region heute dicht besiedelt und gehört durch Bergbau, Landwirtschaft und den Handel mit Edelhölzern zu den wirtschaftsstärksten Regionen des Landes. Vor allem der Kakao-Anbau bescherte den Asante in den „goldenen 20ern“ das höchste pro-Kopf-Einkommen Afrikas.

Wir fahren durch eine Mittelgebirgslandschaft geschmückt mit Regenwald und Baumsavanne zum heiligen See Bosumtwi. Mit 28km² ist der Lake Bosumtwi der größte natürliche See des Landes und Heimat einer der wichtigsten Gottheiten der Asante, dem Gott Twi bei dem die Seelen von verstorbenen Asante Abschied von ihrem Leben auf der Erde nehmen. Twi mag kein Eisen, deswegen war es lange Zeit verboten eisenhaltige Gegenstände in den See zu tauchen und darin liegt begründet, warum die Fischer auch heute noch auf einfachen Holzbrettern auf den See hinaus paddeln und dort ihre Netze auswerfen.

Unsere Reise führt uns weiter in den Norden in die Brong-Ahafo Region in das Dorf Buabeng-Fiema. Affen gelten, genauso wie Katzen, in weiten Teilen Ghanas als Delikatesse. Nicht so aber in diesem kleinen, von Fetisch-Priestern geleiteten Dörfchen. Hier werden die Affen, die Mona-Meerkatze und die Black and White Colobus, verehrt und beschützt. Es gibt einen gemeinsamen Friedhof für Affen und verstorbene Dorfälteste und Fetisch-Priester und jeden Tag kommen die wenig scheuen Mona-Affen ins Dorf zu den Einheimischen. Lange sitzen wir inmitten einer Mona-Meerkatzen Familie, sehen zu wie die jüngsten, kaum 2 Wochen alten Baby-Affen miteinander spielen, von Baum zu Baum toben und sich von uns füttern lassen.

Am Ende unserer Reise haben wir in 8 Tagen gut 1.400km in Tro Tros zurückgelegt. Wir verzichteten auf einen Mietwagen und mischten uns ganz bewusst unter das ghanaische Volk um die Kultur und die Menschen ganz direkt kennen zu lernen. So wurden wir auf einer Tro Tro Fahrt Zeuge wie Tiertransporte in Ghana aussehen: unter unseren Sitzplätzen lagen zwei eng verschnürte Ziegen, zwei an den Beinen gefesselte Hühner und ein ebenso verschnürter Hahn. Erstaunlicherweise haben fast alle Tiere die 5-stündige Fahrt über holprige Straßen überlebt, nur ein Huhn machte einen eher weniger lebendigen Eindruck als es sein Ziel erreichte.

2 Gedanken zu “In God we trust Teil 2

  1. Stephan schreibt:

    „eher weniger lebendigen Eindruck“…ok, lassen wir das mal so im Raum stehen 😉 SO viele Kilometer in Tro Tros, danach ist man doch sicherlich für sämtliche Kopfsteinpflaster- und Panzerstraßen in der Heimat gerüstet. Aber interessant zu lesen, welchen unterschiedlichen Einfluss der Glauben auf den Alltag der Einwohner hat. Und wie immer: Spannender, abwechslungsreicher Bericht mit tollen FOtos..

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