Barcelona – Auf den Spuren von Antoni Gaudí Versuch einer Erinnerung

Acht Jahre ist es her, dass ich zwei wundervolle Wochen in Barcelona verbrachte. Es war der letzte Urlaub vor dem Beginn meines Studiums. Wenn ich mir heute die Fotos ansehe, versuche ich mich zu erinnern. Die Fotos belegen, dass ich mir damals ganz viel angesehen habe und es ist gut, dass es die Fotos gibt, denn in meinem Kopf gibt es nur noch wenige Bilder.

Antoni Gaudí, seines Zeichens Architekt und die Leitfigur des katalanischen Modernismus, prägte mit seinem eigenwilligen Stil aus runden, organisch wirkenden Formen an vielen Stellen das Stadtbild Barcelonas. Seine Gebäude sind Kunstwerke, welche unter anderem den österreichischen Maler Friedensreich Hundertwasser inspirierten.

Ich beginne meinen Rückblick bei der Sagrada Família, der berühmten röhmisch-katholischen Basilika in Barcelona, deren Bau 1882 begonnen wurde und bis heute unvollendet ist. Obwohl sie noch nicht fertig ist, wurden Teile von ihr 2005 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. 2010, nach der Fertigstellung des Innenraums, weihte Papst Benedikt XVI. die Kirche und erhob sie zugleich zur päpstlichen Basilica minor. Angeblich soll die Basilika 2026, zum hundertsten Todesjahr Gaudís fertig gestellt werden. Der Bau hätte dann unglaubliche 144 Jahre gedauert. Wenn sie denn dann irgendwann mal fertig ist, soll sie die größte Kirche der Welt sein. Katholisch zum einen, von Gaudí zum anderen: sehr schön und etwas unwirklich anzusehen – schlicht und bescheiden wäre etwas anderes.

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Die 60 Minuten Wartezeit, um die Türme erklimmen zu können, vertrieb man sich damals mit der Bewunderung der hohen Kunst des Gerüstbaus und dem, – diesmal ganz ernst gemeint – durch Fenster und Gerüste, zauberhaft gebrochenem buntem Licht.

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So soll die Sagrada Família übrigens mal aussehen wenn sie fertig ist. 2026, in zwölf Jahren also. Irgendwie bin ich ganz leicht skeptisch, ob das wirklich zu schaffen ist.

Das Casa Milà ist ein weiteres Gebäude des Architekten. Es ist ein Wohnhaus und es ist sehr klug durchdacht: Gaudí entwarf ein natürliches Belüftungssystem, welches die heute möglichen Klimaanlagen überflüssig macht. Eine Tiefgarage und einen Aufzug plante er ebenfalls, auch wenn der Aufzug erst später eingebaut wurde. Gleich drei Innenhöfe wurden für das Casa Milá realisiert.

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Die Einwohner Barcelonas konnten sich anfangs nicht so recht mit dem Gebäude anfreunden. Aufgrund seiner unregelmäßigen Fassade wurde es mit „La Pedrera“ – „der Steinbruch“ verspottet. Und dennoch: natürlich gehört auch dieses Gebäude von Gaudí zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Besonders interessant und schön fand ich die vielen kleinen Türmchen auf dem Dach des Hauses. Ein bisschen erinnern sie mich an Star Wars. Ich vermute, dass sie auch der Belüftung dienen.

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Der Park Güell ist ein drittes Kunstwerk von Gaudí in Barcelona, welches sich über 17 Hektar erstreckt. Es ist ein riesen großer Kunst-Abenteuer-Spielplatz. Die Liebe zu den Details und die zig Millionen Mosaik-Steinchen machen diesen Park zu etwas wirklich Besonderem. Schon am Eingang stehen zwei Häuschen mit Dächern, die aussehen wie mit Zuckerguß überzogen. Im Zentrum des Parks ist eine Terasse, welche von einer 110 Meter langen Mauer umgeben ist, die gleichzeitig als Sitzmöglichkeit dient. Und die komplette Mauer ist mit Mosaik-Steinchen verziert – was für ein riesen Aufwand und wie wunderschön es anzusehen ist!

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Und weil es so schön ist, tummeln sich hier nicht nur tausende Touristen, sondern auch viele dieser kleinen grün-roten Papageien. Wären erstere nicht, könnte man sich hier wirklich wunderbar entspannen und abschalten. Aber irgendetwas ist ja immer.

Es ist natürlich überflüssig zu erwähnen, dass auch dieser Park zum Weltkulturerbe gehört – ich machs aber trotzdem!

Das war aber natürlich noch nicht alles, was es in Barcelona zu entdecken gab. Im nächsten Teil geht es weiter in den Stadtteil Parc de Montjuïc. Dort findet man das Museum des Künstlers Joan Miró, den Plaça d’Espanya mit dem magischen Springbrunnen und das Pueblo Español.

 

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