Frankfurt Es war Liebe auf den ersten Blick

Es gibt Bilder, die vergisst man einfach nicht. Ich habe nie vergessen, wie ich das erste mal, es muss 2003 oder 2004 gewesen sein, mit dem Auto nach Frankfurt am Main gefahren bin. Von Jena aus fährt man eine ganze Weile auf der A4, welche bei Bad Hersfeld dann in die A5 übergeht. Langsam, aber stetig, fährt man dann in einem großen Bogen auf Frankfurt zu und irgendwann taucht sie auf: die Skyline von Mainhatten.  Es muss früher Abend gewesen sein, denn das Bild im meinem Kopf zeigt die Skyline natürlich in leicht kitschiger Stimmung im Sonnenuntergang.

Das ist meine erste Erinnerung an Frankfurt und sie fesselt mich bis heute. Es war mein erster bewusster Ausflug in eine Großstadt. Mit diesem ersten Ausflug verbinde ich noch andere erste Male: das erste mal mit einer U-Bahn fahren und – das mag sich für viele komisch anhören – das erste mal Ausländer sehen. Da waren sie, die Schwarzen und die verschleierte Frauen. Für mich als damals junge Frau, die im Osten groß geworden ist, war das etwas ganz Spannendes und Faszinierendes. Und vielleicht war das der Moment, in dem meine Neugier auf die Welt geweckt wurde.

von der Zeilgalarie aus gesehen

Noch heute ist für mich Frankfurt in erster Linie eine Stadt mit unglaublicher kultureller Vielfalt. Ich könnte mich – ganz egal wo – einfach nur stundenlang hinsetzen und die vielen verschiedenen Menschen beobachten.

Im Laufe der Jahre habe ich wunderschöne Ecken in Frankfurt entdeckt und ein paar davon möchte ich euch gern zeigen.

Goetheturm

Ich liebe Aussichtspunkte. Den Blick in die Ferne schweifen lassen, um etwas in seiner Gesamtheit erfassen zu können. Ich finde das beruhigend und es hat für mich etwas enorm Entschleunigendes.
Unweit der Innenstadt, auf der südlichen Mainseite, ist man schneller in der ruhigen Natur als man denkt. Ein paar mal in einem Wohngebiet rechts und links abbiegen, die sichere geteerte Straße verlassen und dann steht er vor einem: der Goetheturm. Der Turm wurde anlässlich des 100. Todestages Goethes erbaut und war eine ganze Zeit lang der höchste öffentlich zugängliche Holzbau Deutschlands.

Wenn man sich einmal die 196 Stufen hochgequält hat, dann breitet sich Frankfurt in seiner ganzen Pracht vor einem aus.
Goetheturm Frankfurt a.M.

Goetheturm

Lohrberg

Der Lohrberg gilt als der Hausberg von Frankfurt am Main. In irgendeiner Tourismus-Broschüre wird er sicher „Naherholungsgebiet“ genannt. Hier gibt es alles was das Herz begehrt: Ausblick und Parkanlage. Es wird gegrillt, gesportelt und einfach nur gefaulenzt.
Lohrberg
Es gibt ein Gedicht eines unbekannten Verfassers über den Lohrberg. Hier die erste Strophe, denn irgendwie passt es:

„Wenn ich so auf dem Lohrberg steh
un laß mei Blicke schweife,
guck in die Fern und in die Näh
da kann ich schon begreife,
daß des in Frankfurt ganz gewiß
eins von de schönste Flecke is.“

MMK – Museum für moderne Kunst

Ich bin ja nicht so der Museums-Gänger, aber das MMK – das Museum für Moderne Kunst – ist einfach immer wieder ein Besuch wert. Auch wegen seiner Ausstellungen. Primär fasziniert mich aber das Gebäude selbst. Der postmoderne Bau ermöglich ganz strukturierte und geometrische Fotografien. Jedes mal entdecke ich einen neuen Winkel, den ich noch nicht fotografiert habe. Mit jeder neuen Ausstellung, hat das gesamte Gebäude auf mich eine ganz neue Wirkung.
MMK Museum für moderne Kunst Frankfurt a.M.
MMK Museum für moderne Kunst Frankfurt a.M.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Römer

Römer Frankfurt a.M.Der Römer ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Frankfurts. Der Marktplatz ist umgeben von zauberhaften Häusschen mit Treppengiebelfassaden. In der Weihnachtszeit ist dort natürlich Weihnachtsmarkt. Nun bin ich nicht so der Fan von Weihnachtsmärkten – die Menschenmassen sind einfach nicht meins. Aber als wir 2009 da waren,  standen an einem kleinen Hintereingang der alten Nikolai-Kirche gar nette Menschen vom Vereinsring Sachsenhausen e.V.. Und sie luden uns ein den Kirchturm zu erklimmen und uns das weihnachtliche Treiben von oben anzusehen. Na, so lässt sich ein Weihnachtsmarkt doch gut aushalten!
Römer Frankfurt a.M.

Goethe-Universität Frankfurt

Hach, hätte ich gern hier studiert. Aber dafür hätte man einen Abiturdurchschnitt benötigt, den andere für ein Medizinstudium brauchen. Warum gerade die Goethe-Universität? Nun, weil hier das erste Institut für Sozialforschung 1924 eröffnet wurde. Weil hier die Frankfurter Schule und die Kritische Theorie, rund um Horkheimer, Adorno und Habermas, ihre Wurzeln haben. Und, wie ich dieses Jahr sah, weil das Universitätsgelände wirklich beeindruckend und vielleicht auch ein bisschen inspirierend ist. Außerdem befinden sich in unmittelbarer Nähe der Grüneburgpark und ein botanischer Garten. Das ist durchaus wichtig – so ein Studentenleben ist anstrengend, da braucht man Erholung ;-).

Goethe-Universität Frankfurt

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Ich habe, auch wenn es kitschig klingt, tatsächlich mein Herz ein wenig an diese Stadt verloren und ich weiß, dass das viele nicht verstehen können. Vielleicht hatte ich auch Glück, dass mir von Anfang an nur die wirklich schönen Seiten Frankfurts gezeigt wurden. Aber Frankfurt steht tatsächlich auf meiner „Da würde ich gern leben wollen“-Städte-Liste ganz oben.

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