Zwei Wochen in Dresden ...und es regnet!

Es ist unglaublich heiß. Kommt es nur mir so vor? Nein, dem Typen, der mir in der Straßenbahn gegenübersitzt, tropft auch der Schweiß von der Nasenspitze. Und wenn es nicht unerträglich heiß ist, dann gewittert es. Man liegt zu Hause, möglichst bewegungslos und wartet auf den Zeitpunkt zwischen erdrückender Hitze und Gewitter. Den gibt es natürlich nicht und so passiert es, dass ich immer wieder exakt 5 Minuten vor den Unwettern des Jahres in die Stadt fahre. Ich will endlich die Sehenswürdigkeiten sehen. Zwinger, Frauenkirche, Semperoper, Kunsthofpassage. Aber nichts da. Immer, wenn ich in der Stadt ankomme, gießt es aus Eimern. Und das nicht nur ein paar Minuten, sondern stundenlang. Nämlich genau so lange, bis man sich dann doch wieder entschließt sich in die Straßenbahn zu setzen, um wieder nach Hause zu fahren.

Schlechtes Timing würde ich sagen. Also mache ich mal etwas, was ich noch nie gemacht habe. Ich fahre mit der Straßenbahn von einem Ende der Stadt zum anderen Ende. Der Plan war, das so lange zu machen, bis das Gewitter vorbei gezogen ist. Nachdem ich zwei Runden gedreht habe, sitze ich wieder am Postplatz in Dresden und es gewittert immer noch. Aber jetzt! Jetzt fängt es doch langsam an langsamer zu regnen, oder? Also los, husch husch, immer unter Vordächern entlang Richtung Frauenkirche.

Ich schaffe es genau ein halbes mal um die Altmarktgalerie und dann schüttet es natürlich wieder. Ich flüchte unter die Sonnenschirme eines Cafés. So lange kann das ja wohl nicht dauern… Eine viertel Stunde stehe ich da und beobachte das Treiben um mich herum. Immer mehr Menschen treffen unter dem Sonnenschutz ein. Manche ziehen hektisch bunte Mülltüten über, die wohl als Regenmäntel dienen sollen und stürzen sich wieder ins Unwetter. Andere schauen ratlos gen Himmel. Alle 10 Minuten gibt ein Pärchen auf und hastet zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Ich ziehe mir einen der Stühle heran – bei dem Wetter werden die Cafébesitzer sicher Mitleid haben und mich nicht verscheuchen. Machen sie auch nicht. Doch eine halbe Stunde später regnet es immer noch.

Also was solls: Beine in die Hand genommen und schnell zurück zum Postplatz. Als ich in der Straßenbahn Richtung Wohnung sitze, erhellt sich der Himmel und es hört auf zu regnen. War ja klar.


Eine Woche bin ich noch hier. Vielleicht klappt es ja doch noch mit dem Sightseeing.

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