Auf AEG Gegenwartskunst in Nürnberg

Industrieruinen haben ihren ganz eigenen Charme. Die Fassaden bröckeln, die Böden werden rissig und an manchen Stellen muffelt es komisch. Die Anziehungskraft für Kreative ist naturgemäß recht groß – in Fotografieforen tummeln sie sich und tauschen sich aus: über die besten Locations und die Möglichkeiten, sich tendenziell eher illegal Zutritt zu verschaffen. Und dann werden die Spuren der Vergangenheit fotografiert oder Models in mystisches Licht zwischen Schutt und Staub gestellt.

Und manchmal werden die Ruinen auch ganz legal genutzt. Besen werden geschwungen, Schutt weggeräumt und Ateliers und Ausstellungsräume erschaffen. So geschehen in Nürnberg auf dem ehemaligen AEG-Gelände. Wo etwa 80 Jahre lang Waschmaschinen produziert wurden, werden heute Pinsel geschwungen, Skulpturen erschaffen, Filme und Fotos ausgestellt.

Einmal im Jahr wird eine Art „Tag der offenen Tür“ veranstaltet. Hier nennt es sich „Offen auf AEG“. Die ansässigen Künstler stellen ihre Werke aus, öffnen ihre Ateliers und dieses Jahr ist auch das f/stop Festivial für Fotografie, eigentlich homebased in Leipzig, zu Gast.

Was ich an der Location ganz besonders schön finde, ist die Weite der Ausstellungsräume. Kein Gedränge, dafür Platz, um viele Schritte zurück zu treten und um die Werke in ihrer Gesamtheit erfassen zu können. Und Raum, um inne zu halten und einfach alle Eindrücke in sich aufzusaugen, ohne, dass andere Besucher ständig über einen stolpern.

Alles lässt sich an einem Nachmittag gar nicht erfassen. Deswegen geht das Ganze auch eine Woche mit Highlights an den einrahmenden Wochenenden. Wer an zeitgenössischer, junger Kunst interessiert ist oder Inspiration für eigene Werke sucht, dem sei ein Besuch bei Offen auf AEG ans Herz gelegt. Es lohnt sich!

2 Gedanken zu “Auf AEG Gegenwartskunst in Nürnberg

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