Marrakesch I Riad, Souks & Djamâa el-Fna

Pling Pling. Pling Pling. Es ist 3:30 Uhr und der Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf. Noch schlaftrunken wanke ich ins Bad, von da aus zum Ankleiden, wie in Trance werden die Koffer hinter uns her zum Auto gezerrt. Nun aber aufwachen! Wir müssen pünktlich in München sein, unser Flug nach Marrakesch über Madrid geht schon 7 Uhr.

Ich mag Fliegen ja nicht sonderlich gern. Zumindest 1/3 des Flugvorganges ist mir ein Graus: der Start. Diese Beschleunigung, der Anstieg – einfach furchtbar. „Das ist doch cool, wie Achterbahnfahren!“ sagen Kollegen. „Ja eben, wie Achterbahnfahren…“ sage ich. Aber wenn so ein Flugzeug dann erst mal die vorgesehene Flughöhe erreicht hat, dann kann ich mich zurück lehnen und stundenlang aus dem Fenster schauen. Damit habe ich kein Problem. Und auch die Landung finde ich super – endlich ist der feste Boden wieder zum Greifen nah.

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Nach fast zehn Stunden Anreise fliegt der A320 Marrakesch an. Es ist ein schöner Ausblick: die Stadt liegt malerisch vor dem Atlasgebirge, der Himmel ist leicht mit Wölkchen gezuckert und die Sonne scheint.

Den ersten Nachmittag verbringen wir im Riad. Es ist ein deutsch-geführtes Riad – ein nicht ganz unwillkommener Zufall muss ich zugeben. Auf der Dachterasse genießen wir die letzten Sonnenstrahlen des Tages und blicken über die Dächer Marrakeschs. Um welches Riad es sich handelt, habe ich euch rechts verlinkt. Ihr werdet im Internet ganz unterschiedliche Bewertungen finden. Wir fanden das Riad interessant und haben uns durchaus sehr wohl gefühlt. Klar, an offene Fenster (und ein offenes Bad, was in Verbindung mit offenen Fenster recht interessant ist) muss man sich erst gewöhnen, aber für mich gehörte das zu dem Abenteuer Marokko dazu. Ein bisschen aus der persönlichen Komfortzone ausbrechen und Neues kennen lernen!

Am nächsten Tag geht es dann aber los: durch die sogenannten Souks zu dem wohl berühmtesten Platz Marrakeschs: dem Djamâa el-Fna – dem Platz der Gehängten.

Souks sind thematische Marktviertel einer Stadt. In Marrakesch gibt es davon viele: ein Gerberviertel, ein Lampenviertel, ein Teppichviertel, ein Viertel für (noch) lebendes Getier, ein Gemüseviertel, Gewürzviertel und viele mehr. Von manchen gibt es auch Mehrere. Handeln ist angesagt! Ich mags ja nicht sonderlich und kann es auch nicht sonderlich gut, was vermutlich an den eher rudimentär vorhandenen Französischkenntnissen liegen mag. Und ich mags nicht vollgequatscht zu werden. Und für Menschen wie mich gibt es auch Kaufhäuser. Da muss man nicht handeln und es gibt alles aus den Souks auf mehreren Etagen verteilt. Und ich bin überzeugt: dort bekommt man auch alles preiswerter als in den Souks. Denn wie gesagt, handeln muss man können…. oder eben auch nicht ;-). Ein wirklich tolles Kaufhaus für alle nur denkbaren Mitbringsel habe ich euch rechts verlinkt.

Oft ließt und hört man, dass man sich in den Souks verlaufen kann. Ich finde: nö, kann man nicht. In Marrakesch führt immer ein Weg zum Djamâa el-Fna. Und selbst wenn man mal im Kreis läuft, kommt man irgendwann wieder an einer Stelle heraus, die einem bekannt vorkommt. Länger als zehn Minuten ist man da aber auch nicht im Kreis gelaufen. Auf Guides, ob seriös oder der kleine Bruder vom Teppichhändler, kann man meiner Meinung nach getrost verzichten. Und sollte man sich „verlaufen“, so entdeckt man so garantiert interessante Ecken, an denen man sonst nicht vorbei gekommen wäre.

Der Djamâa el-Fna ist das pulsierende Herz Marrakeschs. Der riesige Platz, der früher für öffentliche Hinrichtungen genutzt wurde, ist heute Ort für Orangensaft-Verkäufer, Hand-mit-Henna-Bemalerinnen, Garküchen, Restaurants, die zwei alten Opis, die in ihrer traditionellen Wasserverkäufer-Kluft in so ziemlich jedem Reiseführer seit sicher mindestens 50 Jahren abgebildet sind, Musikgruppen, Souvenirverkäufer und allerhand Menschen die unter tierschutzrechtlichen Aspekten fragwürdige Dinge mit Affen und Schlangen anstellen.

Es ist ein ganz besonderes Erlebnis von einer der Dachterrassen der Sonne zuzusehen, wie sie hinter der Koutoubia Moschee versinkt, während von den Garküchen die ersten Rauchschwaden aufsteigen und Trommelgruppen, Schlangenbeschwörer und Verkäufer eine gewaltige Geräuschkulisse erzeugen. Und dann ist auf einmal Stille auf dem Platz, wenn von den Minaretten in der Umgebung Gebete erklingen.

Eine empfehlenswerte Adresse für dieses Erlebnis ist das Taj’in Darna (Link rechts), denn dort schmeckt auch das Essen. Nicht empfehlenswert ist, unserer Meinung nach, eines in den Reiseführern häufig beworbenes Café welches namentlich Frankreich gewidmet ist und sich am anderen Ende des Platzes befindet.

3 Gedanken zu “Marrakesch I Riad, Souks & Djamâa el-Fna

  1. Bärbel schreibt:

    Interessantes Schuhwerk haben die Männer dort.
    Curry und Paprika sind tolle Farben bei den Gewürzen, zumal diese auch noch bestens präsentiert werden.

  2. Stephan schreibt:

    Ich nehme an, dass ist eingetrocknetes Nutella oder rotes Curry an den Fliesen? Die traditionellen Gewänder sehen um ein vielfaches bequemer aus als unsere Alltagskleidung. Die Dämmerungsbilder sind stark, vor allem das mit den bunt beleuchteten Markständen. Und ich weiß nicht ob es mit Absicht recht witzig geschrieben ist, aber ich musste doch häufiger lachen;)

  3. Nadine Bernard schreibt:

    Der Zufall führte uns auf Deine Webseite 🙂 Diese gefällt uns sehr gut. Danke für die tollen Eindrücke -Toller Bericht, super Bilder! – Marrakesch hat so einen Zauber, dass man irgendwie immer wieder hin muss..

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