Marrakesch II Garten Spezial

Ich liebe Gärten. Diese Oasen aus ganz viel Grün inmitten von zumeist ganz viel Grau. Bzw. im Falle von Marrakesch: ganz viel Grau welches mit ganz viel Rot überstrichen ist. Diese Ruhe inmitten von Verkehrs- und Menschenlärm. Gärten sind toll. Und egal wo ich bin: ich muss diese Oasen der Großstädte erkunden.

Natürlich hatten wir auch in Marrakesch einen Garten-Tag. Angefangen hat dieser mit der Empfehlung aus Reiseführern schlechthin: dem Jardin Majorelle. Den Garten erreicht man von der nördlichen Medina locker zu Fuß. Übrigens: man erreicht eigentlich alle Sehenswürdigkeiten von Marrakesch locker zu Fuß.

Der Jardin Majorelle ist ein botanischer Garten, welcher 1923 vom französischen Maler Jaques Majorelle erschaffen wurde. Der Garten wird dominiert von einer speziellen Abstufung des Kobaltblaus, dem sogenannten Majorelle Blau, welches Brunnen, Wege und Pflanzkübel ziert. Berühmt wurde der Garten allerdings erst durch Yves Saint Laurent, welcher ihn 1980 verwildert kaufte und wieder herstellen ließ. Die Asche des 2008 verstorbenen Modegotts wurde im Jardin Majorelle verstreut.

Der Prominenz des ehemaligen Besitzers ist es zu verdanken, dass man sich das Erlebnis dieses kleinen Gartens, nach Entrichtung eines stattlichen Eintrittes, mit anderen hunderten Touristen teilen muss. Der Garten ist schön, keine Frage. Aber mir persönlich war es zu voll und gemessen an den Besuchermengen gab es zu wenig Rückzugsorte und Sitzgelegenheiten, um die Schönheit in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Fragt man einen Einheimischen nach dem Weg und er kontert, statt die Frage zu beantworten, mit „Sind Sie sich sicher, dass Sie dorthin wollen?“, dann fühlt euch in eurem Ziel bekräftigt. Denn dann gelangt ihr an Orte, die für die Einheimischen völlig banal und normal, die aber für unsereins, durchaus außergewöhnlich sind.

So erging es uns, als wir nach dem Weg zum Jardin Menara fragten. Der Menara Garten ist ein riesiger, öffentlicher Stadtpark. Er besteht hauptsächlich aus Olivenhainen, die bis zum Horizont zu wachsen scheinen. Wiese sucht man hier vergeblich. Die Einheimischen picknicken unter den Olivenbäumen auf dem staubigen und steinigen Boden. Im Zentrum des Gartens befindet sich ein riesiges Wasserbecken, mit dessen Hilfe die Olivenbäume bewässert werden. Der Garten wurde bereits im 11. Jahrhundert vom damaligen Herrscher Abd al-Mu’min angelegt. Seit 1985 ist er Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Eher zufällig entdeckten wir den Jardin el Hartí auf unserem Weg zum Theater. In unserem Reiseführer werden ihm nur wenige Zeilen geschenkt – völlig zu Unrecht! Denn dieser Garten ist so, wie ich mir einen Garten vorstelle. Weitläufig, nicht überfüllt und mit vielen Sitzmöglichkeiten, um den Blick in Ruhe schweifen zu lassen. Nach meinem persönlichen Garten-Highlight gefragt, würde ich diesen Garten nennen, noch weit vor dem hoch gelobten Jardin Majorelle.

Während wir den Garten genießen, dringen laute Protestrufe zu uns herüber. Zwickmühle: man soll Menschenansammlungen aus Sicherheitsgründen meiden, sagt das auswärtige Amt, aber die Neugier….

Und Letztere siegt dann natürlich. Und was ist? Zehn mutmaßliche Lehrer demonstrieren vor einer Art Schulbehörde. Na wenn das mal nicht gerade so glimpflich abgelaufen ist ;-).

MONA2933

Nach der Brisanz und Aufregung schlendern wir gemütlich zum Djamâa el-Fna, um zu Abend zu essen. Dabei kommen wir am sogenannten Cyber Park vorbei. Ein großer, sehr gepflegter und stylischer Park, mit zahlreichen kostenfreien Internetterminals und kostenlosem WLAN.

Wer vom Trubel in den Souks eine Auszeit braucht, findet in Marrakesch genügen Parks und Gärten, um zu entspannen.

Ein Gedanke zu “Marrakesch II Garten Spezial

  1. Marion schreibt:

    Hi, die Gärten fand ich in Marrakesch auch einfach wunderschön! Natürlich ist der bekannte Jardin Majorelle eine richtige Oase in blau, gelb und grün. Aber noch besser haben mir die Menare Gärten gefallen, mit dem Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Atlas im Hintergrund. Ich war zum Sonnenuntergang da, eine ganz besondere Atmosphäre. Eine Gruppe Jugendlicher machte Musik, das Trommeln konnte man schon von Weitem hören. Hach, ich muss unbedingt nochmal nach Marrakesch!
    Danke fürs Erinnerungen zurückbringen…
    Liebe Grüße, Marion

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