London Calling Ein Kurztrip nach London

Gäbe es ein Ranking der am meisten genutzten Titel von Artikeln über London, es stünde sicher London Calling an der Spitze. Shame on me – ich bin da nun gerade auch nicht kreativer.

Wir waren für einen Kurztrip von 4 Tagen in London und obwohl ich vorher ja laut rumtönte „Auf klassisches Sightseeing habe ich keine Lust, ich war ja schon zwei oder drei mal in London“, ist es am Ende natürlich doch irgendwie auf Sightseeing hinausgelaufen. Aber! Ohne Sightseeing-Bustour und ohne Madame Tussauds. Das muss doch mal betont werden. Sowieso ohne Eintritt in irgendwas. Außer in die Royal Albert Hall, aber dazu später. Aber nun müsst ihr durch ganz viele Sightseeing-Bilder durch. So ist das eben.

Bevor die Bilderflut beginnt, aber dennoch noch etwas zum Anfang unserer Reise. Es war ja so gut geplant. Mit dem Billigflieger nach Gatwick und dann in einen bereits von Deutschland aus gebuchten Billig-Shuttlebus nach London. Klang wirklich nach einem guten Plan und ich finde immer noch, dass der Plan auch gut war. Nur leider habe ich zwei Aspekte meiner Planung übersehen: Der Shuttlebus kommt einfach nicht (was irreführend war, denn eigentlich standen da mehrere Busse des Anbieters rum) und während man über zwei Stunden(!) auf den Bus wartet, bekommt man es natürlich mit dem typischen Inselwetter zu tun. Das hieß also: Beine in den Bauch stehen bei 10 Grad und Regen. Yeah, so muss ein Urlaub anfangen.

Es konnte also nur besser werden und das wurde es. Und nun endlich die Bilderflut.

Genächtigt haben wir in einem kleinen Hotel im Stadtteil Earls-Court. Das Hotel lag in einer ruhigen Seitenstraße und war recht gepflegt. Dennoch war man zentral genug, um das meiste zu erlaufen und wenn nicht, dann war die U-Bahnstation in unmittelbarer Nähe. Vor dem Eingang der U-Bahnstation steht übrigens etwas ganz Berühmtes. Ich bin ja erst mal ein paar mal dran vorbei gelaufen, bis ich gefragt wurde „Wie oft willst du die Straße noch hoch und runter laufen, was suchst du denn?“ – Ja, ich suchte die berühmte Watchbox. „Da sind wir nun schon 3mal dran vorbei gelaufen“. Aha. Die Watchbox kennt man vielleicht aus der Serie Doctor Who oder eben aus einem Reiseführer. Sie diente dazu, dass Bürger oder Polizeibeamte Kontakt zur nächsten Polizeistation aufnehmen konnten. Außerdem gibt es einen Erste-Hilfe-Kasten darin und manchmal wurden Straftäter auch zeitweise, bis zum Eintreffen der Verstärkung, darin eingesperrt.

In dieser Gegend lässt sich auch gut essen. Zum Beispiel in dem urigen Pub Blackbird, in dem es leckere Pies gibt und das zu ganz moderaten Preisen. Ein paar Meter weiter ist noch ein anderer Pub, in den ich am letzten Abend uuuunbedingt rein musste, weil wir es bis dahin nicht geschafft hatten Fish ’n Chips zu essen und ohne diese Erfahrung wollte ich London ja nicht wieder verlassen. Dieser Pub war deutlich teurer, mit fast 2 Stunden Wartezeit auch recht servicearm – aber das Essen war dann doch ganz lecker. Und: Fish ’n Chips gegessen, also Haken dran ;-).

Wie üblich erkundeten wir natürlich zuerst die Park-Kultur in London. Angefangen beim Kensington Gardens, zum Hydepark und von dort aus zum Regentspark. Denn bei letzterem gibt es einen Zoo. Zoos können toll sein und nach einigen Stunden laufen durch Parks, haben wir uns wirklich drauf gefreut und dann… kostet das Ding doch tatsächlich £27 pro Person. Das sind zusammen fast 80 EUR! Ja nee, ohne uns. Da laufen wir lieber weiter…

Es gibt ja noch ein paar mehr Parks in London und so kommen wir auch durch den Green Park, vorbei am Buckingham Palace zum St. James’s Park. Gniii, da gibt es ganz viele zutrauliche Eichhörnchen! Da musste ich natürlich einen teuer erworbenen Cookie opfern, aber was tut man nicht alles, damit so ein kleines possierliches Squirrel auf dem eigenen Schoß sitzt und friedlich einen Keks mampft. Den eventuellen auftretenden Shitstorm von Tierschützern ertrage ich nun mit Fassung. Mir ist natürlich klar, dass Nusskekse nicht unbedingt in den Speiseplan von Eichhörnchen gehören.

Und noch einen Park haben wir besucht und auch davon natürlich Bilder mitgebracht: Der Greenwich Park. Da will man aus mehreren Gründen hin. Zum einen ist schon die S-Bahn-Fahrt ein visuelles Erlebnis, denn sie führt durch ein Hafengebiet und wer Häfen mag, sollte da mal aussteigen und ein bisschen rumlaufen. Sah aus der S-Bahn heraus wirklich sehr nett aus. Zum anderen befinden sich in dem beschaulichen Stadtteil Greenwich ein College mit Kirche und die Gebäude sind wirklich eindrucksvoll. Zum dritten kann man im Greenwich-Park in zwei Zeitzonen gleichzeitig stehen, denn dadurch verläuft der Nullmeridian. Sich wirklich auf die Linie zu stellen, kostet allerdings £10 – mir war es das dann nicht wert. Und zum vierten gibt es im Greenwich Park eine Ecke, die sich The Wilderness nennt und dort rennen wohl ganz viele Rehe rum. Aus letzterem Grund waren wir eigentlich hauptsächlich da, aber bis dahin sind wir gar nicht gekommen, da wir wieder zurück in die Londoner Innenstadt mussten.

Na, seid ihr noch alle da oder habt ihr schon die Lust am Lesen und Bilder-Schauen verloren? Ich kann es euch nicht verübeln, es ist wirklich viel. Aber dennoch, neben all dem Grün aus den Parks, muss jetzt dann doch noch ein bisschen Architektur sein und am Ende sogar noch ein bisschen Klassik. Ihr schafft das ;-).

Den Architektur-Teil beginnen wir im Covent Garden Market. Hier gibt es Schmuck, exklusive Lebensmittel, Dekoartikel und vieles mehr und daneben dann auserlesene kleine Restaurants und im Untergeschoss gerne mal eine, vermutlich studentische, Liveband. Alles in allem hat diese Markthalle schon ein interessantes Flair, nur empfiehlt es sich da nicht vor 10 Uhr aufzutauchen, denn da haben viele Läden noch geschlossen.

Weiter geht es nach Soho. Ich kann euch gar nicht sagen, warum ich unbedingt durch Soho wollte. Irgendwie war es in meinem Kopf als „Das muss man mal gesehen haben“ verankert. Es ist auch wirklich eine ganz nette Ecke, vor allem die Carnaby Street ist wirklich hübsch anzusehen. Am Ende der Carnaby Street läuft man direkt auf den Piccadilly-Circus zu – ziemlich berühmt, aber letztendlich ist es für mich einfach nur eine riesige Straßenkreuzung. Bevor man allerdings auf diese Kreuzung fällt, kommt man bei Jamie’s Italien vorbei. Ein Restaurant von Jamie Oliver, dem britischen Fernsehkoch, der gern mit seinen Skandälchen rund um seine Restaurants auch hierzulande in der Boullevard-Presse landet. Wenn man schon mal dran vorbei läuft, dann kann man dort auch essen, fand ich. Hand aufs Herz: das Flair des Ladens ist sehr schön, das Essen ist ok. Die Pasta war für mein Empfinden „etwas drüber“ – da hätte ich irgendwie mehr erwartet. Aber man kann da durchaus essen gehen. Auch hier wieder: Bei Jamie gegessen, Haken dran.

Weiter geht’s zum Big Ben, zur Westminster Abbey und zum London Eye und der Tower Bridge. Also wirklich die Londoner Sightseeing-Klassiker, über die man auch gar nicht so viele Worte verlieren muss.

Wir spazieren an der Themse entlang, erfreuen uns an den internationalen Imbissständen (und ich ärgere mich ein klein wenig, dass wir schon bei Jamie gegessen hatten), hören Musikern am Ufer zu (interessantes Konzept, sie lassen sich mit Geld bewerfen) und kommen letztendlich am Gabriels Wharf an. So einen Spaziergang am Fluss kann ich wirklich empfehlen. Umso weiter weg man von den klassischen Sightseeing-Hotspots gelangt, umso weniger Touristen rennen rum und umso mehr Ruhe hat man, um den Ausblick zu genießen.

Bald habt ihr es geschafft. Grünzeug-Teil abgeschlossen, Architektur-Teil abgeschlossen, bleibt nur noch der Kultur-Teil.

Wir hatten die wunderbare Möglichkeit, ein Konzert in der Royal Albert Hall zu besuchen. In einer Loge und dort auch noch in der ersten Reihe! Besser kann es nicht sein. Und so lauschten wir Rock-Klassikern klassisch interpretiert, von Led Zeppelin über Queen, Beatles und Tina Turner war alles dabei. Wir waren mit unseren Anfang 30 zwar eher den Jüngeren im Publikum zuzuordnen, aber das Publikum ist mitgegangen! Unglaublich. Es war wirklich ein riesen Spaß. An dieser Stelle ein großes Danke an die lieben Spender, die uns die Eintrittskarten überlassen haben.

Es wird noch einen kleinen zweiten Teil unseres London-Trips geben. Denn ich wollte Steine sehen – und die habe ich dann auch bekommen.

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