Der Klapperstorch Paläste, Moscheen und Gräber

Hach je, es gibt so Phasen, da mag ich nicht schreiben. Und irgendwie ist „Reisen“, wenn man nicht gerade professioneller Reiseblogger ist und regelmäßig gesponsored wird, auch nicht das Thema, bei dem man unglaublich oft etwas posten kann. Es gibt ja nun mal, leider, auch ein Leben neben dem Urlaub und das besteht aus Arbeiten und allem was man sonst so im Alltag drumherum macht.

Das Jahr war kräftezerrend. Umso schöner, dass es ab und zu kleine Auszeiten gab. London, die Ostsee (Darß, Rostock), dem Rheingau und die fränkische Schweiz (Sanspareil, Hiltpoltstein, Wildpark Hundshaupten, Walberla) – und ganz am Anfang waren wir ein paar Tage in Marokko.

Und ich bin euch immer noch einen letzten Beitrag schuldig. Es geht um Paläste, Moscheen und Gräber – davon gibt es in Marrakesch richtig viele (seht hier Riad, Souks & Djamâa el-Fna und das Gärten-Spezial). Und Störche. Die suchen sich nämlich jedes Jahr, wenn es bei uns wintert (oder wintern sollte, denn irgendwie ist es ja doch eher eine Herbst-Frühling-Mischung), einen richtig schönen Platz auf dieser Erde, um sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Und sie lassen lautstark hören, warum sie Klapperstorch genannt werden.

Die erste Station ist die Kasbah Moschee. Sie ist direkt in Laufweite zum berühmten Djemaa El Fna – dem Platz der Gehängten. Ok, irgendwie ist alles in Laufweite vom Djemaa El Fna. Gut so, irgendwo muss man ja anfangen und so verläuft man sich wenigstens nicht.

Die Moschee wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und ist das einzige erhaltene Bauwerk der Almohaden in Marrakesch. Die Almohaden waren eine muslimische Berber-Dynastie, welche etwa 100 Jahre, Mitte 12. bis Mitte 13. Jahrhundert, in Nordafrika herrschte.

Direkt daneben findet man die maurischen Saardier-Gräber. Die Gräber wurden erst Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, da sie durch hohe Mauern verborgen waren bzw. immer noch sind. Der Zugang ist auch heute noch nur durch einen wirklich schmalen Gang möglich. Die beiden Mausoleen sind über und über verziert mit Carrara-Mamor, Mosaiken und Stuck. Sieben Sultane und ihre Familien sind hier bestattet. Beschützt werden sie heute von unzähligen Katzen, welche die Gräber für sich in Beschlag genommen haben.

Schon bei den Saardier-Gräbern und der Kasbah-Moschee sind uns vereinzelt Störche aufgefallen. Nett, aber erst mal recht unspektakulär. Sieht man hier in Erlangen auch. Nicht im Januar, aber in den Sommermonaten.

Wir spazieren weiter zum El Badiî Palast. Erbaut wurde dieser für den Sultan Ahmed el-Mansour, welcher den Palast „El Badiî“ taufte, was wohl in etwa „Der Unvergleichliche“ bedeutet. Es muss mal ein sehr kunstvoller Palast gewesen sein – mit Mosaiken, Verzierungen aus Zedernholz und tausenden handbemalten Kacheln. Bis der nächste Herrscher kam, der seinen Palast nicht in Marrakesch, sondern in Meknes haben wollte und den El Badiî Palast direkt erst mal als Rohstoff-Quelle nutzte und quasi von Grund auf entkernte. Übrig geblieben sind die gewaltigen Außenmauern aus Lehm.

Und die wiederrum sind heute die Winterresidenz von hunderten Störchen. Störche wohin das Auge blickt! Und ein Geklapper – zum ersten mal habe ich Störche klappern hören und begriff, warum das Viech denn nun eigentlich Klapperstorch heißt.

Der letzte Palast den ich euch zeigen möchte, ist der Bahia Palast. Der Name lässt in seiner Übersetzung auch wieder auf Superlative schließen, denn er bedeutet so viel wie „Die Strahlende“ oder „Die Glanzvolle“. Für die über 8.000 m² mit mehr als 160 Räumen, vielen Gärten und den typischen, üppigen Verzierungen aus Mosaiken, Malereien und Zedernholz, sollte man sich mehrere Stunden Zeit nehmen. Wir hatten nur eine Stunde, denn wir hatten Hunger und nach den anderen Palästen und Gräbern, dem ganzen Großstadt-Getümmel und den unzähligen bisherigen Eindrücken, waren wir auch einfach am Limit der Aufnahmefähigkeit.

Das wars also aus Marrakesch. Ich hoffe es hat euch gefallen und vielleicht habt ihr ja nun sogar Lust, auch mal ein paar Tage hin zu fliegen.

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