Darfs ein bisschen ruhiger sein? Flitterwochen auf Santorini in einer Nicht-Saison

Manchmal darf es ganz ruhig sein. Ruhig im Sinne von „wenig Action“, nicht unbedingt ruhig im Sinne von akustischer Ruhe.

Für unsere Flitterwochen flogen wir nach Santorini, jener griechischen Insel, deren weiße Häuser mit blauen Dächern so ziemlich jedes Deckblatt eines Griechenland-Reiseführers zieren. Und wir flogen im März. Gemäß unseres Reiseführers eine Nicht-Saison. Also weder Haupt-, noch Nebensaison. Dafür sprachen einige Dinge: Erstens sind die Temperaturen im März in einer für uns erträglichen Höhe, nämlich gemütliche 16 bis 20 Grad. Zweitens tummeln sich in der Hauptsaison tausende Touristen auf der Insel, die sich in den schmalen Gassen der Must-Seen-Dörfer, von der halben Größe meines Heimatdorfes, gegenseitig auf die Füße steigen, um beispielsweise dem Oia sunset unique view beizuwohnen. Was die rezeptionstheoretische Frage aufwirft, wie einmalig oder einzigartig etwas sein kann, wenn man es sich gleichzeitig mit 1.000 anderen Touris teilt.

Aber sei es drum, wir waren ja (fast) allein ;-). Drittens kann man sich in der Nicht-Saison auch eine luxuriöse Honey-Moon-Suite in einer der berühmten Höhlenwohnungen von Oia mit Blick auf die Caldera leisten, für welche man ein paar Monate später ein Vielfaches bezahlen würde. Und wenn man sich dann in so einer Suite einquartiert hat, dann stört es auch ganz und gar nicht, wenn es zwei Tage gwittert und stürmt – so ein Gewitter über dem Vulkan vorbei ziehen sehen, hat etwas Magisches.

Eine schlechte Idee ist es übrigens in einer Nichtsaison zum Hafen Ammoúdi in Oía herunter zu laufen. Während man nämlich in der Neben- und Hauptsaison zu Esel oder per Taxi den Berg wieder hoch kommt, muss man sich in der Nichtsaison die Stufen wieder mühsam hochquälen.

Der Süden und Akrotorí

Wenn man mehr als eine Woche auf einer derart kleinen Insel verbringt, hat man viel Zeit sie intensiv zu erkunden. Wir haben sie, glaube ich, drei- oder viermal umrundet ;-).

Gleich an einem der ersten Tage fuhren wir zum südlichsten Punkt der Insel, dem Leuchtturm Fáros. Von hier aus genießt man, gutes Wetter vorausgesetzt, einen herrlichen Blick über die Caldera bis hin zu Oía, der Hauptstadt Firá und den Inseln Thirasia, Palea Kameni und dem Krater Nea Kameni. Das ist bei Regen und Sturm und an für sich auch schon ganz spannend, aber wir mussten dennoch ein zweites mal, diesmal bei schönem Wetter, hin.

Ebenfalls im Süden, findet man den roten Strand „Paralía Kókkini“ und den weißen Strand „Paralía Áspri“. Gerade der rote Strand wirkt wahnsinnig beeindruckend.

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Hier findet man auch zwei der bedeutensten Ausgrabungsstätten von Santorin: zum einen Akrotíri und zum anderen etwas nördlich von Perissa Alt-Thera. Zu letzterem kommt man über eine abenteuerliche und vorallem für den Beifahrer nervenaufreibende Serpentinenstraße – nur um dann oben angekommen, festzustellen, dass man nichts sieht und vermutlich noch etwa eine Stunde über Felsen zu den Ruinen kraxeln müsste. Bei sonnigem, aber stürmischen Wetter kam uns das wenig verlockend vor und so haben wir von Alt-Thera nur ein Panorama mitgebracht, auf dem zwar nicht die Ruinen, aber das Dörfchen Kamari zu sehen ist.

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Aber es gibt ja noch eine zweite Ausgrabungsstätte. Und Akrotíri ist überdacht und leicht zu erreichen. Und sie wird von einer Armee Katzen bewacht. Sehr sympatisch das Ganze. Angeblich sehen wir hier die Überreste der ältesten Stadt Europas. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. Aber man sieht hier tatsächlich gut erhaltene Mauern, Hauswände und sogar Tonkrüge.

Nea Kaméni und Heiße Quellen

Ein ganz besonderes Highlight war unser Bootsausflug zur Kratermitte der Caldera. Inklusiv Vulkanbesteigung und späterem Baden in einer heißen Quelle.

Von einem der Häfen der Haupstadt Firá aus starten wir unsere Tour zum Nea Kaméni, um den Krater zu besteigen. Spektakuläre, dampfende Ausbrüche haben wir nicht gesehen, aber die Schönheit liegt für mich sowieso oft in den von Vielen übersehenen Kleinigkeiten am Wegesrand.

Danach ging es weiter zur kleinen Schwesterinsel Palea Kameni: es hat mich ja durchaus Überwindung gekostet, vor etwa 100 Asiaten mit gut 20 anderen Junggebliebenen und wirklich jungen Menschen ins eiskalte Wasser zu springen und die etwa 50m zur heißen Quelle zu schwimmen. Begleitet vom Klicken der Kameras – die Schisser!

Dafür wurden wir mit unglaublich angenehm warmen, schwefelhaltigem Wasser und gackernden Hühnern (wie kommen die da um alles in der Welt hin?) am Ufer belohnt. Nur der Weg zurück war noch mal hart: der Temperaturunterschied zwischen warmer Quelle und Ägäis lag bei gefühlt mindestens 20°C.

Norden

Wenn man aus Oía raus will, hat man im großen und ganzen 2 Möglichkeiten. Eine Straße am Kraterrand entland oder nördlich am ägäischen Meer entlang. Unser Reiseführer widmet dem Norden exakt eine halbe Seite. Sehr viel mehr ist da aber auch wirklich nicht los. Aber das ein oder andere Motiv haben wir dann doch gefunden.

So ihr Lieben, ich hoffe die kleine Bilderflut hat euch gefallen! Wir können Santorin für ein paar Tage Urlaub auf jeden Fall empfehlen. Vielleicht mal im Rahmen eines Inselhoppings durch die Ägäis?

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