Hamburg

Es gibt so Tage, da kann man die eigenen 55 Quadratmeter und die 80 Quadratkilometer drumherum einfach nicht mehr sehen. Da muss man mal raus. Wie gut, dass wir eine Familie haben, welche in ganz Deutschland verstreut ist. Also schnell ein Zugticket gebucht und ab für ein paar Tage nach Hamburg.

Klingt ganz locker flockig, war es aber nicht, denn der Zug hatte in Summe über drei Stunden Verspätung. Aber die Passagiere waren ziemlich gelassen (ändern kann man ja eh nichts, wa) und ganz unterhaltsam, Kinder schlafend und so sind wir erst gegen Mitternacht, aber tatsächlich halbwegs entspannt, in Hamburg angekommen.

Ich war nun schon ein paar mal in Hamburg, aber so sorglos war es bislang nie. Kein Stress, keine Hektik, kein ernsthaftes Sightseeing – einfach nur Zeit für mich selbst und ein paar meiner Lieblingsmenschen.

Planten un Blomen

Mein Blumenkindherz schlägt höher – nach einem sehr enttäuschenden Besuch bei einer Landesgartenschau in Bayreuth, habe ich doch tatsächlich Blümchen gesehen. Und Schildkröten! In Hamburg!
Die Grundstein-Platane für diesen zauberhaften, fast 50 Hektar großen Parl wurde bereits 1821 gepflanzt – und sie steht immer noch am Eingang rum. Ich habe über vier Stunden in dem Park verbracht und mir einfach alle Stunde einen neuen Beobachtungsposten gesucht.

Landungsbrücken

Ich hatte zwei Wünsche für die Freizeitgestaltung. Nummero Uno: ein echtes Fischbrötchen. Wenn nicht sogar DAS BESTE Fischbrötchen. Die gibt es, gemäß einschlägigen Bewertungsportalen und Onlineartikeln lokaler Zeitungen, bei Brücke 10.

Speicherstadt

Zweiter Wunsch: Eine kleine Fototour mit meinem Lieblingsfotografen Stephan Ziehl. Ich liebe solche gemeinsamen Fototouren. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich ein und der selbe Ort von zwei Menschen wahrgenommen wird. Zwischendurch wurden wir Zeugen eines echten Fashion-Shootings mit hübscher junger Frau und sportlichem Radfahrer im Hintergrund. Und auf zwei oder drei Fotos dann wohl zwangsläufig auch mit uns.
Als Krönung dieses wunderbaren Tages wurde ich in eine Crêperie eingeladen, welche wohl auch zu den heißesten (im wahrsten Sinne des Wortes – flambierter Crepe – HAMMER sag ich euch) Insidertips in Hamburg gehört. Reservieren oder anstehen und warten. Aber es lohnt sich!

PortugiEsisches Viertel und Michel

Zu guter Letzt habe ich mich noch mit einem langjährigen, engen Freund getroffen, der seit einigen Jahren in der Nähe von Hamburg und seit mehr oder weniger Kurzem in Hamburg lebt. Er hat mir, zusammen mit seiner zauberhaften Freundin, das portugiesische Viertel gezeigt. Ein besonderes Highlight und vielleicht sogar ein kleiner Geheimtip, ist die niedliche kleine Gasse mit den sogenannten Krameramtswohnungen, welche man südöstlich des Michels findet. Diese Mini-Wohnungen wurden Witwen zur Verfügung gestellt, damit sie den größeren Wohn- und Arbeitsplatz, den sie zu Lebzeiten ihrer Gatten bewohnten, jüngeren Krämern abtreten konnten.

Hamburg ist nicht nur absolut immer und zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit eine Reise wert, sondern vermutlich auch eine der lebenswertesten Städte Deutschlands.

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