Maranata

Joseph möchte gern nach Deutschland und dort sein Geld als Taxisfahrer verdienen, so wie er es die letzten 10 Jahre in Accra getan hat. Ich versuche ihm zu erklären, dass das nicht so einfach ist: der Flug ist teuer, er spricht kein Deutsch und er kann nicht auf ein beliebiges Auto vom Schrottplatz einfach „Taxi“ schreiben und Personen befördern. Ich versuche gar nicht erst etwas von TÜV und Personenbeförderungserlaubnis, Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung und Versicherungen zu erzählen. Er schaut traurig aus, aber er scheint es zu verstehen. Weiterlesen

Accra

Ich sitze im Taxi auf dem Weg nach Hause. Mein Blick schweift nach rechts. Der graue Asphalt der Straße ist kaum mehr sichtbar, bedeckt ist der Boden mit festgefahrenen Plastiktüten, Verpackungsmaterial und Abfall biologischer Herkunft. Die Basisnote der Luft, der beißende Geruch von Abgasen und verbranntem Müll, vermischt sich mit dem Geruch von stehendem, durch Müll am Fließen gehindertem Gewässer und der Kopfnote von seltsamen Lebensmitteln. Weiterlesen

“Enjoy the rainforest!“

„Enjoy the rainforest!“ und „Enjoy the sea breeze!“ sagt Dickson gefühlt 100 Mal am Tag. Dickson liebt sein Land und will, dass wir die Zeit hier genießen. Und er liebt den Regen, es ist ihm zu heiß in Ghana, wie vielen anderen Ghanaern auch. Er ist ungefähr 25 Jahre alt, arbeitet seit 4 Jahren für die Organisation, ist Katholik und legt schon mal seine heilenden Hände auf wenn es einem seiner Schützlinge schlecht geht und betet dabei. Dickson begleitet uns auf einigen Ausflügen durch sein Land. Sein Ghana. Weiterlesen

Alltag

Es ist Ramadan, der 9. Monat des islamischen Mondkalenders und gleichzeitig der islamische Fastenmonat. Eigentlich ist das ja irreführend, denn gegessen wird ja, nur eben nicht tagsüber, sondern nachts. Und das, zumindest hier, mit lauten Gebeten (Lautsprecher!) und Musik. Wir konnten keinerlei Pausen in der Nacht feststellen und fragen uns wann die Moslems eigentlich schlafen, wenn sie doch tagsüber arbeiten. Schlaffasten triffts wohl eher. Weiterlesen

„Do you like weed?“

Nö, natürlich nicht. Wir sind am Kokrobite Beach und wenn es in Ghana irgendwo touristisch ist, dann hier. Sauberer Sandstrand, Palmen, sauberes, angenehm temperiertes Wasser mit netten Wellen, ganz ohne Algen und Quallen. Und mit Rastaman. Und die gibt es nur zusammen mit weed. Wenn man bedenkt, dass in Ghana allein der Konsum mit mindestens 3 Jahren Gefängnis belohnt wird ist es schon mehr als erstaunlich, dass der halbe Strand nach Gras riecht. Weiterlesen