Eine Vase aus Peddigrohr Vol 2

Nachdem das jetzt mein zweites „geflochtene-Vase-auf-Holzschale“-Projekt ist, gibt es schon einige Fehler die ich gemacht und aus denen ich halbwegs gelernt habe. Auf Instagram habe ich euch ja ein bisschen mitgenommen.

  1. Löcher anzeichnen und bohren. Beim Dreiergeflecht darauf achten, dass man eine ungerade Anzahl von Löchern für die Staken erhält. Dabei kann man durchaus ein bisschen mogeln – bei mir haben die Löcher in etwa einen Abstand von 2,5 cm.
  2. Tiekholzschale schleifen und in Wunschfarbe beizen. Hier war es, damit es sich in die Raumgestaltung des Beschenkten einfügt, in Kirschholz. Danach dann lackieren. Ich mag hierbei besonders gern semi-glänzenden Lack. Ich finde damit kommt die Holzmaserung am schönsten hervor.
  3. Nachdem der Lack getrocknet ist, sollte man die Löcher noch einmal nachboren, da der Lack die Löcher wieder ein stückweit verkleinert und die Staken dann nicht mehr so gut hineinpassen. Nun die Staken einsetzen und bei Bedarf vorher ein bisschen Holzleim in die Löcher füllen. Dabei darauf achten einen Holzleim zu kaufen, der transparent trocknet. Wenn er weiß trocknet, siehts ja doof aus ;-).peddigrohr_flechten_002
  4. Nun kann man mit flechten anfangen. Ich mag im Moment noch das Dreiergeflecht am liebsten. Andere Flechtvarianten wie das Einer-, Zweier-, Vierer- usw. Geflecht sind aber auch nicht schwieriger.peddigrohr_flechten_007

    Als etwas schwierig empfinde ich hierbei das Aufbauen einer interessanten Form. Das ist teilweise mit sehr viel Drücken und Ziehen der Staken verbunden. Bei mir hat es bei dieser Vase drei Anläufe gebraucht, bis ich eine Form hatte die mir zugesagt hat. Aber jetzt bin ich mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden.

  5. Kurz bevor ich den Rand geflochten habe, habe ich noch jede Stake mit einer dunkelbraunen Perle verziert, damit die Farbe der Holzschale oben noch einmal aufgegriffen wird. Danach habe ich den Rand geflochten.

    peddigrohr_002

  6. Ganz zum Schluss habe ich die Vase noch einmal eingeweicht, geschliffen, gut durchtrocknen lassen und mit mattem Lack versiegelt.peddigrohr_01

Und so sieht das Ganze aus, wenn es fertig ist :). Schon cool, oder? Man sieht natürlich, so wie bei meiner ersten Vase auch, dass ich noch Probleme dabei habe Wölbungen aufzubauen. Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen!
Und hier noch ein Bild der Vase in seiner neuen Umgebung samt seiner Bestimmung folgend mit frischen Blumen bestückt.

Im Digitalen Zeitalter braucht man was handfestes Vasen flechten mit Peddigrohr

Ich habe in den letzten Monaten zwei Berufsgruppen besonders schätzen gelernt. Die Vertreter und Vertreterinner selbiger, sind mir persönlich mit höchsten psychologischen, sozialen und handwerklichen Kompetenzen begegnet und darüber hinaus auch noch freundlich, liebe- und humorvoll wie rosa Zuckerwatteeinhörner.

Logopäden und Ergotherapeuten. Gerade letzteres ist ein wundervoller Beruf, welcher pflegende, heilende und kreativ-handwerkliche Aspekte vereint. Mein Respekt gilt ja grundsätzlich immer allen Menschen die zum Wohle anderen Menschen arbeiten: seien es Krankenschwestern und Pfleger oder eben Ergotherapeuten und Logopäden.

Bei einer zauberhaften Ergotherapeutin habe ich etwas für mich Neues kennen gelernt: Das Flechten mit Peddigrohr. Flechten ist eines der ältesten Handwerke, angeblich sogar noch älter als Weben. Es ist meditativ, kreativ und produktiv und darüber hinaus hat es eine durchaus therapeutische Wirkung.

Angefangen habe ich ganz klassisch mit einem Korb. Das wurde mir dann aber nach dem vierten Korb zu fad und so durchforstete ich mal wieder lange Pinterest und sammelte mir ein paar Ideen zusammen. Dabei rausgekommen ist eine Idee für eine ganz besondere Blumenvase. Das Ergebnis einer dieser Vasen seht ihr hier:

peddigrohr_flechten_002

Sie besteht aus einer Tiekholz-Schale (gibts im Baumark oder online), Peddigrohr (gibts online) und einer zylindrischen Glasvase (gibts zum Beispiel beim Möbelschweden). Thats it. Die Schale habe ich geschliffen, mit Bohrungen für die Staken (das sind die etwas dickeren aufrecht stehenden Peddigrohre, um welche dann drumherumgeflochten wird) versehen und semi-matt lackiert. Der Korb-Teil ist weiß gebeizt und dann auch noch mal schutzlackiert. Vase rin, Wasser rin, Blumen rin – fertsch 😀

Ich versuche übrigens auf Instagram ein bisschen den Herstellungsprozess von meinen „Werkstücken“ (klingt das nicht super wichtig ;-)) zu dokumentieren. Folgen kann also ganz interessant sein.