That yellow Bastard Ein Downgrade-Upcycling-Projekt

Jetzt war es ein paar Tage eher ruhig hier und auch auf Instagram. Was nicht an weniger handwerklicher Produktivität lag, sondern eher an einer erhöhten kognitiven Produktivität. Ich habe nachgedacht. Mach ich im Grunde ganz gern. Multitasking ist für mich eine Lüge der modernen Welt und gern gebe ich zu: selbst wenn es das gäbe – ich kanns nicht. Und wenn ich gerade am intensiv Nachdenken bin – und Achtung, heute gibts Gedankensprünge – es gibt einen Unterschied zwischen Denken und Grübeln – dann will ich keine Ressourcen in schicke Fotos und die Vermarktung selbiger stecken. Dieses ganze Social-Marketing-Gedöns ist nämlich durchaus anstrengend. Über SEO und passende Keywords nachdenken. Über Satzlängen und Keyworddichte. Über Hashtags. Über möglichst ansprechendes, das heißt zumindest mit individuellen Texten versehen, Teilen in diversen Facebook Gruppen. Wenn man ganz krass drauf wäre, dann auch noch die passende Snapchat bzw. Instagram-Story dazu und natürlich google+ nicht vernachlässigen. Ja nee – keine Lust. Und keinen Willen, dafür großartig Energie freizusetzen. Energie die ich gerade für anderes verwenden möchte. Und wer sagt eigentlich, dass man sein Energie-Depot immer leeren muss? Kann ja auch mal was drin bleiben. Als Notreserve.Basilikum_Schale_09

That yellow Bastard

Dieser scheiß kleine gelbe Kobold in meinem Kopf. Und wahrscheinlich, so hoffe ich zumindest, existiert er in den Köpfen der meisten Menschen – mal mehr, mal weniger beachtet, wobei letzteres mit Sicherheit besser für ein ausgeglichenes Seelenleben ist. Gelb ist er – wie Roark jr.. Der geneigte Sin City Fan kennt ihn. Passend.
Basilikum_Schale_04Roark jr. ist diese kleine, hinterhältige, erst leise, dann immer lauter werdende Stimme, die meist im Konjunktiv zu dir spricht. Und später ist es kein Konjuktiv mehr, sondern ein Pseudo-Indikativ. Er tut so als ob. Lässt er dir am Anfang noch die Möglichkeit offen, über mehrere Varianten zu entscheiden, so übernimmt er später – und das kann auch mal ziemlich schnell gehen – die Rolle desjenigen ein, der etwas schlichtweg als Tatsache behauptet. Da reichen drei Umdrehungen im Gedankenkarussel. Aus „Was könnten die anderen denken?“ wird „Das denken die anderen.“. Das Karussel ist im vollen Gange, immer schneller, immer höher. Bis das Hirn ausgekotzt als stinkendes Meer aus Bröckchen vor einem liegt.
Basilikum_Schale_05Zentrifugalkraft vs. Zentripetalkraft. Der Gedanke auf einer Umlaufbahn und Roark jr. als Mittelpunkt. Aussteigen? Geht. Geht auch irgendwann immer einfacher. Aber am Anfang? Mut erfordert Kraft. Alleine rauskommen? Vielleicht. Leichter ist es, sich irgendwo versuchen festzuhalten. Den Strommast im Orkan suchen. Sich daran klammern. Oder aber: Roark jr. hat  den Ausweg gezeigt. Wollte er gar nicht, hat er aber gemacht. Denn er sprach von anderen. Kommunikation als Mast. Sich daran festhalten, erfordert Kraft. Ratgeberweisheiten: Was ist das Beste, was dir passieren kann? Was ist das Schlimmste, das dir passieren kann? Das scheinbar Schlimmste ist, dass er Recht hat. Was nun wiederrum auch nicht so schlimm ist, denn darauf hat man sich im Karussel ja bestens vorbereitet. Gewissheit: statt sich weiter zu drehen, kann man inne halten. Stoppen. Der Schwindel lässt nach.
Basilikum_Schale_04Aber that yellow bastard – tatsächlich hat er so gut wie nie Recht. Das ist natürlich das Beste, was einem passieren kann. Dass er Recht hat, ist aber nicht das Schlimmste, sondern das Zweit-Beste. Das Schlimmste wäre nicht zu erfahren ob er Recht hat. Und das hat jegliche Interaktion nun mal im Wesen – der Andere kann selbst entscheiden, ob er interagieren will.Basilikum_Schale_06Bei sich bleiben. Bei – sich – bleiben. Fatal: jetzt anfangen zu grübeln, was den anderen bewegt so zu agieren, wie er agiert. Könnte man nachfragen, aber nicht erdenken. Denken: zielgerichtet. Grübeln: kreisend, kein Ende in Sicht.

Vielleicht geht es auch nicht ums Aussteigen. Vielleicht auch nicht ums Festhalten. Sondern ums Loslassen. Was mir bei oben gemalten Gedankenexperiment irgendwie gefährlich vorkommt. Basilikum_Schale_07

Tatendrang

Tatsächlich bin ich gerade gar nicht so schwermütig, wie das alles vielleicht klingen mag. Ich bin sogar recht euphorisch. Was verdammt gut tut. Energie durchströmt mich, Tatendrang wird ausgelebt, ein Ziel wird klarer. Ziellos ist manchmal scheiße.
Basilikum_Schale_02Deswegen heute mal wieder etwas Geflochtenes. Diese Schale habe ich schon vor Monaten, bei einer meiner ersten Baumarkt-Eskapaden, erstanden. Eigentlich war es wohl ein Übertopf. Mit dem ich ähnliches vor hatte wie bei dieser Vase. Aber dann verwaiste er auf meinem Balkon. Irgendwann zerbrach ich ihn dann mal, weil ich gern diesen „zerbrochenen-alten-Second-Hand“-Look wollte. Zerbrach zu viel, klebte wieder zusammen. Und dann stand er wieder da. Später: Löcher vorzeichnen. Tage vergingen, Wochen vergingen (das Laub färbte sich, es wurde kühler, die Jahreszeiten rasten an mir vorbei) und er durfte ab und zu mal von einer Ecke in eine andere weichen. Eines Tages brauchte eine meiner Betonschalen ein Loch und bei der Gelegenheit beschloss ich, den zerbrochenen, geklebten Übertopf nun endlich auch mal zu löchern.
Basilikum_Schale_01Ein echtes Langzeitprojekt, denn auch nach dem eher pflichtgemäßen Löchern, was der albernen Annahme geschuldet war, dass es ja viel zu aufwändig wäre, die Bohrmaschine erneut irgendwann auszupacken (was ich zwischenzeitlich mindestens noch fünf Mal gemacht habe), habe ich mitnichten direkt weiter gemacht. Gut Ding will Weile haben. Viel Weile. Und erst gestern Abend überkam es mich und es war bereits fast dunkel, als ich einige Peddigrohre zum Wässern in einen Metallkübel gab und sie letztendlich dann auch noch durch die Löcher durchgefädelt und mit Bast befestigt habe. Und anstatt die Schale wieder wochenlang aufs Abstellgleis zu schieben, habe ich sie heute dann tatsächlich fertig geflochten. Und lackiert! Alter Schwede, das Ganze artet noch in Hektik aus :D.Basilikum_Schale_10

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